Mit Zuversicht Kitas verbessern

Kita Fabrikstraße Groß-Gerau. Foto: Ulla Blohberger
Kita Fabrikstraße Groß-Gerau. Foto: Ulla Blohberger

Ausgangspunkt war eine Notlage: Die Warteliste für Kitaplätze war auf 600 Kinder angewachsen. Deshalb beschloss die Stadtverordnetenversammlung 2025 – auch mit unseren Stimmen – das Pilotprojekt „Versorgungslage“.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden die Öffnungszeiten um zwei Stunden pro Tag gekürzt sowie die Flexibilität Buchung einzelner Module deutlich eingeschränkt. Begleitend wurde das Frühstücksangebot, das einzelne Kitas hatten, vorerst ersatzlos abgeschafft und die Betreuungsgebühren – bereits zu den höchsten im Landkreis gehörend – wurden weiter erhöht.

Für uns GRÜNE war und ist dies ein Pilotprojekt, um kurzfristig weitere Plätze zu schaffen und Erfahrungen mit geänderten Öffnungszeiten zu sammeln.

Gleichzeitig unterstützen wir den Wunsch des Stadtelternbeirats, die verkürzten Öffnungszeiten schnellstmöglich zu beenden. Denn die Verkürzung trifft vor allem finanzschwache Familien, die auf zwei Einkommen angewiesen sind. Sie trifft Alleinerziehende. Und sie trifft in Beziehungen meist die Frauen, die häufig auf Teilzeit reduzieren, um die kürzere Betreuungszeit auszugleichen.

Unsere Forderungen

  • Das Pilotprojekt wird zum nächsten Kitajahr (1.9.26) geordnet abgeschlossen.
  • Alle Kitas kehren zur vorherigen Öffnungszeit (in der Regel 16:30 Uhr) zurück.
  • Bis dahin wird für drei bis vier Kitas eine „Spielzeit“ analog dem Offenburger Modell vorbereitet. So können trotz Rückkehr auf 16:30 Uhr weiterhin mehr Kinder als zuvor betreut werden.
  • Nach Abschluss des Pilotprojekts erfolgt eine Auswertung:
    • Anzahl und Qualität der neu geschaffenen Plätze
    • Geänderte Öffnungszeiten und flexible Module, um den elterlichen Betreuungsbedarf besser zu erfüllen – im Einklang mit den Personalressourcen
  • Verstärkte Anstrengungen zur Personalgewinnung und Personalzufriedenheit. Denn eine nachhaltige Reduzierung der Warteliste gelingt nur mit mehr Personal in den Kitas.
  • Sozialverträgliche Gestaltung der Kitagebühren, insbesondere für Familien mit mehreren Kindern.

Unsere Vision

Als Stadt müssen wir eine Kitalandschaft entwickeln, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgeht. Unser mittel- bis langfristiges Ziel ist eine Kitalandschaft, die

  • allen Kindern einen guten Start ins Leben ermöglicht
  • Frauen und Männern unabhängig vom Familienmodell Kinder, Beruf und ehrenamtliches Engagement ermöglicht

Eine solche Kitalandschaft ist:

  • Bezahlbar für alle Eltern
  • Ohne Warteliste
  • Modulweise buchbar
  • Mit gesunder Ernährung: ausreichend Mittagessensplätze und Frühstück bei Bedarf
  • Mit frühkindlicher Bildung, die
    • allen Kindern einen guten Start in die Grundschule ermöglicht
    • Eltern und Kinder stützt
    • mit zufriedenen Erzieher*innen arbeitet und dadurch
    • geringe Fluktuation aufweist

Dafür setzen wir uns ein – mit Zuversicht und Ihrer Unterstützung!

Text: Peter Etges, freier Kandidat für die GRÜNEN bei der Kommunalwahl 2026, Foto Kita Fabrikstraße Groß-Gerau: Ulla Blohberger