In Deutschland liegt der Fleischverzehr bei durchschnittlich 60 kg pro Person und Jahr. Damit nehmen wir Platz 21 in der Welt ein. Auf Fleisch zu verzichten, ist für viele unvorstellbar. Und an dieser Stelle wird betont, dass auch keine Notwendigkeit besteht, komplett auf Fleisch zu verzichten! Denn nicht der Verzicht steht im Mittelpunkt, sondern eine verantwortungsvollere und bewusste Reduzierung des Fleischkonsums. Um dieses Thema noch greifbarer zu machen, folgen nun fünf Fakten über Fleisch, die Sie vielleicht noch nicht kannten:
Fleisch vernichtet Lebensmittel
Die Anbaufläche von Futterpflanzen für Tiere beträgt 30% der globalen Landfläche bzw. 70% der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Über den tierischen Stoffwechsel geht ein großer Teil der Nahrungsenergie verloren. Zur Herstellung 1 Kalorie in Form von Fleisch müssen bis zu 30 Kalorien pflanzlicher Nahrung aufgewendet werden. Dies hat zur Folge, dass 90% der Welt-Soja-Ernte und 70% der Welt-Weizen-Ernte an Tiere verfüttert wird. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Welthunger.
Fleisch beutet Tiere aus
Für die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern werden jedes Jahr ca. 150 Milliarden Tiere getötet. Hinzu kommt, dass unter grausamen Bedingungen die Tiere zuvor gezüchtet, gefangen gehalten und transportiert werden. Viele Tiere werden bereits im Kindesalter getötet.
Fleisch zerstört die Umwelt
Der Hunger nach Fleisch und anderen tierischen Nahrungsmitteln wächst stetig weiter. Durch den voranschreitenden Klimawandel trocknen gleichzeitig immer mehr fruchtbare Böden aus. Hinzu kommen Umweltgifte, durch die Böden unbrauchbar werden. Dies hat zur Folge, dass insbesondere unsere Wälder für Acker- und Weideflächen weichen müssen. Jedes Jahr werden ca. 325.000 km² Fläche gerodet. Dies entspricht ungefähr der Fläche von Norwegen. Wir vernichten damit die Lunge unseres Planeten.
Durch die Tierhaltung fällt zudem extrem viel Gülle an. Oft landet diese auf unseren Feldern, wodurch die Nitratbelastung des Grundwassers extrem ansteigt. Ebenso finden sich auch immer mehr Medikamentenrückstände im Trinkwasser. Allein in der deutschen Landwirtschaft werden jedes Jahr etwa 1.730 Tonnen Arzneimittel eingesetzt. Die Folgen des übermäßigen Einsatzes sind gravierend. Es bilden sich immer mehr multiresistente Keime.
Fleisch beutet Menschen aus
Durch die Fleischindustrie werden Arbeiter*innen systematisch ausgebeutet. Oft arbeiten in deutschen Schlachthöfen Menschen, die bei ausländische Subunternehmen angeworben und eingestellt werden. Menschen aus Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder der Ukraine bekommen falsche Versprechungen und erhalten rechtswidrige Akkordverträge. Dies führt unter anderem zu sklavenartigen Abhängigkeitsverhältnissen. Dies fängt bereits bei der Jobvermittlung an, da die Subunternehmen sich hierfür bezahlen lassen. Zu überteuerten Mieten werden die Arbeiter*innen in menschenunwürdigen Sammelunterkünften untergebracht.
In den Schlachthöfen herrscht ein enormer Leistungsdruck. Wer sein Soll nicht erfüllt, wird mit Lohnabzügen bestraft. Gesetzliche Pausen- und Ruhezeiten werden oft nicht eingehalten, die Schutzkleidungen werden auf Kosten der Arbeiter*innen besorgt. Häufig wird nicht einmal eine Krankenversicherung abgeschlossen. Zwar gibt es Gesetze, die Menschen vor dieser Art von Ausbeutung schützen sollen, doch gibt es auch viele Schlupflöcher.
Fleisch schadet Ihrer Gesundheit
Zahlreiche sogenannte Zivilisationskrankheiten sind auf den Konsum von zu viel Fleisch, Milch und Eiern zurückzuführen. Laut Studien steigen diese bei Umstellung von pflanzlicher auf tierischer Nahrung überproportional an (Quelle „China-Study“ ISBN 978-3-86401-001-9). Ein geringerer Fleischkonsum bringt somit mehrere Vorteile mit sich. Jeder ist hierbei für sein Handeln und Konsum selbst verantwortlich.
Weiterführende Informationen:
www.ariwa.org
www.soko-tierschutz.de
www.umweltinstitut.org
Rezeptempfehlungen
Quelle
www.vegane-aktion-offenbach.de
Text: Thomas Richter, Beitragsbild: Craig Dennis, pexels
