Naturnah gestaltete Blüh- und Grünflächen verbessern unser Wohlbefinden, aber auch den Lebensraum für vielfältige, in der Nahrungskette bedeutsame Arten. Sie schaffen ein ausgeglichenes Stadtklima, speichern das Niederschlagswasser und können Schadstoffe aus der Luft herausfiltern. Um das biologische und klimatische Potential unserer Stadt und damit auch unsere Gesundheit weiter zu fördern, sollten wir offene Flächen nicht weiter versiegeln und bebauen.
Städtische Begrünung : Grau in Grün umwandeln
Die begonnene Begrünung städtischer Flächen in Höhe und Breite weiter entwickeln: z.B. durch Bäume , Blühplätze und-wiesen, Klimagärten, grünes Dachambiente, Fassadenbewuchs, Mini- Wäldchen sowie durch Begrünung von Haltestellen und Parkräumen.
Private und gewerbliche Grünpflanzungen
Privatleuten und Gewerbetreibenden Ansporn (Prämierung) und Unterstützung (Infos) geben für klimagerechte und insektenfreundliche Bepflanzung ihrer Grundstücke: z.B. auch Zäune, Vor- und Parkplätze, Carports, Wege, Gärten u.a.
Artendichte und Biotope
Artenreiche Biotope im Umland von Siedlungen weiter ausweisen und vernetzen, z.B. mit dem „Grünen Gürtel“.
Lichtverschmutzung
Lichtverschmutzung durch ungeeignete Lichtquellen und nächtliche Dauerbeleuchtung zum Schutz nachtaktiver Tiere auf kommunalen und privaten Flächen unterlassen, z.B. auch durch städt. Aufklärungskampagne.
Ökologisches Gewässer-Management
Unsere Fließgewässer und Teiche nach dem Gebot der EU-Wasserrahmenrichtlinie in guten ökologischen Zustand versetzen, z.B. begonnene Scheidgraben- Sanierung fortsetzen.
Ressourcen Grund- und Trinkwasser
Das in Dürrezeiten absinkende Grundwasser sparsam nutzen : öffentlicher, privater und landwirtschaftlicher Wasserverbrauch wie Beregnung, Pools u.a.
Abwasserreinigung
Unser Klärwerk durch den Einbau einer 4. Reinigungsstufe zur Beseitigung aller noch verbliebenen Rückstände wie Pharmaschadstoffe ertüchtigen.
Umwelt verschmutzende Abfallentsorgung
Dem Problem der umweltschädlichen und die Stadt verschmutzenden wilden Abfallentsorgung , z.B. dem Wegschmeißen von giftigen Zigarettenkippen und sog. E-Plastik-Zigarettenresten beikommen, z.B. durch Infos bei Stadt- und Sportveranstaltungen.
Umweltbildung
Sensibilisierung der Bürger für Naturliebe und umweltfreundliches Verhalten durch Infos und Aktionen der Umweltbildung verstärken, z.B. durch ein städtisches Klimasparbuch für alle Bewohner wie in anderen Gemeinden.
Ausbau erneuerbarer Energien
Strom aus erneuerbaren Quellen ist sicher, effizient, auf Dauer kostensparend und umweltfreundlich. Um seine Klimawirkung weiter zu verbessern, sollte der bisher erreichte Anteil der Erneuerbaren weiter erhöht werden. Vorstellungen von einer Rückkehr zur gefährlichen und teuren Atomkraft treten wir angesichts des Problems der Atommülllagerung aus dem AKW Biblis sehr „energisch“ entgegen.
Photovoltaik-Anlagen
Die großen Potentiale von gewerblichen, öffentlichen und privaten Flächen für PV – Anlagen und kleine Solarkraftwerke wie Balkonanlagen ausweiten.
Wärmewende
Intelligente und sparsame Lösungen für kommunale Wärmeplanung und Wärmespeicher entwickeln.
Energieeinsparung
Emissionsarme und energieeffiziente Gebäudetechnik in privaten Haushalten fördern.
Energiegenossenschaften
Lokale Bürgerenergieprojekte und – Energiegenossenschaften unterstützen.
Rechenzentren
Rechenzentren nur an klimarelevanten Standorten, in ortsangepasster Form und mit nachhaltiger Abwärmenutzung genehmigen.
Solarparks in Doppelnutzung
Freiflächen- PV- Anlagen (sog. Solarparks )auf landwirtschaftlichen Flächen vorrangig nur in hochgeständertem Aufbau genehmigen (oben Solardach, darunter Acker- oder Viehnutzung).
Klimavorsorge und Klimaanpassung
Der Klimawandel nimmt Einfluss auf alle Bereiche unseres Lebens. In langen Heißzeiten sind Kinder, Jugendliche, kranke , ältere oder mit Handikap lebende Menschen gesundheitlich besonders verletzlich. Ebenso im Freien Arbeitende. Größere Familien mit kleineren Einkommen können in beengten Wohnungen an verkehrsreichen Straßen unter sommerlicher Gluthitze besonders leiden. Umfassende Klimavorsorge und faire Klimahilfe ist eine dringliche Aufgabe der Politik zum Schutz der Bevölkerung.
Klimaneutralität und Klimaförderung
Die bereits beschlossene „Hessische Klimakommune Groß-Gerau“ (Klimaanalyse, Aktionsplan und Förderanträge) zugunsten von öffentlichen und privaten Klimavorhaben nach Maßgaben des Landes Hessen umsetzen und weiterentwickeln.
Unversiegelte Klimaflächen
Nach der Klima- Vorbehalten des neuen Regionalplan-Entwurfs 2025 keine weiteren unversiegelten Stadtflächen für Gewerbe und Siedlungen ausweisen. Stattdessen bisher ungenutzte oder mehrfach nutzbare Flächen vorrangig bebauen, z.B. auch durch Aufstockung geeigneter Gewerbebauten.
Kühlung in Hitzeperioden
Wirksame Maßnahmen zur verbesserten Kühlung der Stadt durch Begrünung und Verschattung sowie durch Wasserplätze umsetzen. Dabei sind vorrangig bevölkerte Aufenthaltsplätze im Zentrum und Spielplätze anzugehen.
Klimaangepasster Wohnungsbau
Neue Wohnungen bevorzugt durch Innenverdichtung und Aufstockung von Gebäuden und Gewerbebauten bauen, um klimatisch gebotene Frischluftbahnen und Kühlkorridore zu erhalten .
Klimaerleichterung in Einrichtungen
Erleichterungen für Bürger bei Extremwetter schaffen, besonders in relevanten sozialen und sportlichen Einrichtungen, z.B. Trinkstationen, Kühlräume, zeitweilige Überdachungen, strikte Umsetzung von Hitzeschutzpläne.
Behördliche Klimahilfen
Kommunale Frühwarnsysteme und Informationen zum Schutz der Bürger bei Extremwetter rechtzeitig veröffentlichen und Hilfen in Kooperation mit professionellen Dienstleistern der Gebäudetechnik anbieten , z.B. bei Kellerüberflutung und überhitzten Dachwohnungen.
