GRÜNtopia: Wald, Felder und Gewässer im Jahr 2036

Grüntopia 5 - KI-generiert

Flächenschutz und klimarelevanter Waldumbau werden umgesetzt. Gut, dass der letzte Regionalplan – und mit ihm die Stadt – weitere Gewerbebauten auf Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen gestoppt hat. Die couragierte Klimamanagerin der Stadt setzte sich erfolgreich gegen weiteren Flächenfraß ein, um klimatisch bedeutsame Frischluftschneisen und Kühlungskorridore zu erhalten. Diesem Klimagebot folgend verzichtete man schließlich auch auf ein überdimensioniertes Rechenzentrum nahe dem Dornberger Bahnhof und entwickelte dort stattdessen ein dringend benötigtes Wohn- und Gewerbemischquartier mit kleinem Wohnpark.

Auch im Wald wurde für eine nachhaltige Zukunft vorgesorgt.

Die Aufforstung mit klimarobusten Mischwäldern schreitet sichtbar voran. Selbst in Hitzeperioden führen die Bäche noch etwas Wasser. Alte Entwässerungsgräben wurden zugunsten der Schwammfunktion des Waldes verfüllt. Naturschützerinnen und Naturschützer errichteten gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Schulprojekten besondere Brut- und Aufenthaltsplätze für Wildtiere, etwa Klotzbeuten für Waldbienen oder Sandarien für Wildbienen. Zudem wurden kleine Tümpel mit solarbetriebener Pumpe angelegt, sodass sich Amphibien wieder ansiedeln konnten.

Vierte Reinigungsstufe – Sanierung von Bächen und See

Seitdem die Ost-West-Bäche durch zusätzliche Klärmaßnahmen eines bekannten Darmstädter Chemieunternehmens wieder einen guten ökologischen Zustand erreicht haben, darf im Hegbachsee an einer Stelle erneut gebadet werden. Auch wenn die angrenzende Autobahn manchmal laut ist: Das Gejuchzte der Kinder übertönt sie.

Richtung Südwesten befindet sich die städtische Kläranlage, die seit einiger Zeit mit einer vierten Reinigungsstufe ausgestattet ist. Dadurch werden selbst Spurenstoffe, etwa Arzneimittelrückstände, nahezu vollständig entfernt. Die Bäche führen wieder sauberes Wasser – Angeln im Apfelbach ist wieder möglich.

Strukturreiche Landschaft, Agroforst und natürliche Bodenverbesserung

Wo früher ausgeräumte Landschaften mit freiem Blick bis zum Taunus dominierten, prägen heute Baum- und Gehölzreihen, Buschinseln und strukturreiche Felder das Bild – teils mitten im Acker. Niederwild wie Rebhuhn und Kiebitz ist zurückgekehrt, ebenso zahlreiche Vogelarten sowie Flug- und Bodeninsekten.

Viele Landwirtinnen und Landwirte haben ihre Flächen mit Unterstützung der Stadt in sogenannte Agroforstsysteme umgewandelt und zahlreiche Bäume gepflanzt. Die Baumreihen verschatten die Ackerflächen, kühlen die Pflanzen, halten den Boden feucht und erhöhen seine Fruchtbarkeit.

Auch permanente Bodenbedeckung durch Gründüngung und Mulch ist inzwischen Standard. Dadurch konnte sich eine stabile Humusschicht entwickeln. Klimaangepasste Saatgutzüchtungen sparen zusätzlich Wasser. Pestizide und andere problematische Pflanzenschutzmittel werden nur noch in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt.

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Wasserrückhalt, sparsame Beregnung und Naturtourismus

Unter hoch aufgeständerten Photovoltaik-Freiflächenanlagen werden heute Beerenfrüchte angebaut, die von der teilweisen Verschattung profitieren. Niedrige PV-Freiflächenanlagen ohne landwirtschaftliche Nutzung darunter sind nicht mehr erwünscht.

In der Umgebung haben landwirtschaftliche Betriebe große Regenrückhaltebecken und Zisternen zur Bewässerung angelegt. Durch Biodiversitätsklauseln in städtischen Pachtverträgen ist es untersagt, Felder außerhalb der kühleren Tagesrandzeiten zu beregnen. So wird Grundwasser geschont und der Energieaufwand für die Trinkwasseraufbereitung reduziert. Auch bodenzerstörende Plastikabdeckungen über Monate hinweg gehören der Vergangenheit an.

Spaziergänge durch die arten- und strukturreiche Landschaft sind heute noch erholsamer geworden. Immer mehr Menschen zieht es hinaus zu kleinen Biergärten vor den Toren der Stadt.

Text: Jutta Stern (nach einer Idee aus dem NABU-Magazin), Grafiken: Achim Blohberger, KI-generiert