Am Internationalen Frauentag erinnern wir daran: Gleichberechtigung ist kein „Frauenthema“, sondern eine zentrale Frage von Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Und sie entscheidet sich nicht nur im Beruf oder in politischen Gremien, sondern vor allem im Alltag.
Noch immer leisten Frauen deutlich mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer. Dazu gehören Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushalt, Organisation und das ständige Mitdenken, oft unsichtbar, aber unverzichtbar. Diese Mehrfachbelastung führt dazu, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, beruflich zurückstecken oder finanzielle Nachteile hinnehmen müssen. Die Folgen reichen bis zur Altersarmut.
Care-Arbeit darf jedoch nicht als private Angelegenheit abgetan werden. Denn ob Familien ihren Alltag bewältigen können, hängt stark davon ab, welche Rahmenbedingungen eine Kommune schafft: verlässliche Betreuung, gute Infrastruktur, bezahlbarer Wohnraum und sichere Wege.
Unsere grünen Ziele: Entlastung, Planungssicherheit und echte Wahlfreiheit
Wir setzen uns in Groß-Gerau für verlässliche Betreuungsangebote ein, die Eltern echte Planungssicherheit geben. Gerade für Frauen ist das ein entscheidender Faktor, um Erwerbsarbeit und Familie besser miteinander vereinbaren zu können.
Dazu gehören auch flexible Öffnungszeiten und Buchungsmodelle in Kitas. Betreuung muss sich an den Lebensrealitäten von Familien orientieren, nicht umgekehrt. Ebenso wichtig ist die schnellstmögliche Wiederherstellung der Kita-Betreuung bis mindestens 16:30 Uhr. Nicht jede Familie kann auf die Unterstützung von Großeltern zurückgreifen. Deshalb braucht es verlässliche öffentliche Betreuung.
Auch die Ausstattung der Kitas spielt eine wichtige Rolle: Wir wollen ausreichend Mittagsessensplätze schaffen und eine gute Infrastruktur für gesunde Verpflegung ermöglichen. Eine ausgewogene, möglichst regionale Ernährung ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung von Kindern und eine spürbare Entlastung für Familien im Alltag.
Gleichzeitig setzen wir uns für sozialverträgliche und transparente Kitagebühren ein. Gute Bildung und Betreuung dürfen keine Frage des Geldbeutels sein. Langfristig ist unser Ziel eine gebührenfreie Kita, ohne unnötige Bürokratie.
Familienfreundliche Kommunalpolitik heißt auch: sichere Wege und bezahlbarer Wohnraum
Wer Kinder täglich begleitet, bringt sie zur Schule, holt sie ab oder organisiert Wege und Termine, weiß: Sichere und kindgerechte Schulwege entlasten Familien ganz konkret. Verkehrsberuhigung, sichere Querungen sowie gut ausgebaute Rad- und Fußwege haben für uns höchste Priorität.
Ebenso wichtig ist bezahlbarer Wohnraum. Deshalb wollen wir den mietpreisgebundenen Wohnungsbau in Groß-Gerau konsequent ausbauen und dauerhaft sichern. Denn wer in finanzieller Unsicherheit lebt, kann schwer planen, und auch hier trifft die Belastung häufig Frauen besonders.
Wir hören zu – und handeln
Familien wissen am besten, was sie brauchen. Deshalb setzen wir auf transparente Beteiligungsformate und den direkten Dialog mit den Gerauer Familien. Anliegen müssen nicht nur gehört, sondern auch umgesetzt werden.
Am Internationalen Frauentag sagen wir klar: Gleichstellung gelingt nur, wenn Care-Arbeit fair verteilt wird, und wenn Politik die Voraussetzungen dafür schafft. Wir wollen, dass Groß-Gerau eine Kommune ist, in der Familien entlastet werden, Frauen echte Chancen haben und Gleichberechtigung im Alltag spürbar wird.
Beitrag: Text Ulla Blohberger mit Peter Etges, Foto: freestocks.org
