GRÜNtopia – Groß-Gerau im Jahr 2036

Groß-Gerau 2036. Illustration KI-generiert

Unser Kommunalwahlprogramm 2026 ist umgesetzt. Das Herz unserer Stadt ist der neue, begrünte Marktplatz. Noch vor zehn Jahren gehörte der große Marktplatz überwiegend den parkenden Autos. Am Rand und dazwischen standen einige wenige Alibi-Bäume. Heute ist der Platz fast autofrei und durchgehend begrünt. Die Stadtbewohner kommen zu Fuß, mit dem Rad und mit den besser getakteten Öffis auf sicheren Wegen in die Innenstadt. Kaum jemand vermisst die früheren Parkplätze. Es gibt weiterhin Parkplätze vor dem neuen Stadthauskomplex und an der E-Schnellladestation. Außerdem wurden zusätzlich kleine Parkräume in der Nähe erschlossen. So können auch Kino- und Kulturveranstaltungen sowie Restaurants am Abend mit dem PKW  erreicht werden. Für die Innenstadtbewohner gibt es inzwischen klug eingepasste kleine Quartiersgaragen.

Fast alle „Gerer“ und Kreisstadtbesucher haben die neu zum Leben erwachte „Gut Stubb“ in ihr Herz geschlossen. Die Touristen sowieso. Entstanden ist so etwas wie ein lebendiger „Marktpark“, in dem Menschen rasten, flanieren, sich treffen, spielen, feiern und an den Markttagen an den Marktständen einkaufen.

Klimaanpassung, Wasserrückhalt, Schwammstadt GG

Auch an den heißer gewordenen Sommertagen sitzen die Menschen hier entspannt im wunderschön begrünten und angenehm kühlen Pflanz- und Wasserambiente. Bunte und bequeme Sitzmöbel gruppieren sich zwischen Blühsträuchern und Bäumen mit breiten, schattenspendenden Kronen. Wie fast überall in der Stadt sind die Bäume durch tiefe, geschotterte Pflanzgruben (Rigolen) vor Austrocknung geschützt. Besonders liebenswert ist der kleine Teich, der mithilfe einer solar-betriebenen Pumpe Wasser aus einer der vielen neuen Zisternen zur Regenwasserspeicherung erhält. Drumherum stehen mobile Klimawände und Pflanzballen in Netzen. Diese lassen sich leicht versetzen, wenn auf der Markt- und Feierfläche musiziert  etwas aufgeführt oder ein Projekt vorgestellt wird.

Am Brunnendenkmal füllen Menschen ihre Trinkflaschen an einer Refill-Trinkstation auf. Hunde trinken aus kleinen Wasserrinnen entlang der Wege, Vögel nutzen sie ebenfalls. Der kleine Spielplatz wurde beibehalten und um eine Plantsch-Ecke mit Brunnenschwengel ergänzt. Ein gelb-oranges Sonnendach beschattet in den Sommermonaten unsere Jüngsten und ihre Begleitpersonen.

Emissionsarmer Verkehr, soziale Gastronomie, Sicherheit durch Toiletten

Gleich nebenan steht – wie inzwischen an vielen Orten der Stadt, vor allem an Spielplätzen sowie entlang von Joggingstrecken und Fahrradwegen – ganz selbstverständlich eine kostenlose und gut gewartete Toilettenanlage. Wie an vielen Masten und Laternen ranken sich auch um den Spielturm blütenreiche Kletterpflanzen. Temperatur und Luftqualität hat sich durch das viele Grün an Fassaden, auf Dächern, auf dem Kiosk und an der Bushaltestelle deutlich verbessert. Die Schadstoffbelastung zurückgegangen.

Im Gartenrestaurant des historischen Amtsgerichts an der Nordwestseite können sich die Gäste gut unterhalten, denn auch auf den umliegenden Straßen ist es inzwischen ruhiger als früher. Emissionsarme Busse gleiten vorüber,  mehrheitlich sind leise Elektroautos unterwegs, darunter zahlreiche Carsharing-Fahrzeuge und kleine Rufbusse – von Senioren gern genutzt. Dazwischen bewegen sich Radfahrende und Menschen auf praktischen Lastenrädern mit Einkaufskisten. Das Lokal , das mit dem Kulturcafeverein, Kulturinitiativen und Buchhandlungen vielseitige Kulturevents durchführt, ist fast immer gut besucht. Kein Wunder: Die Küche ist kreativ und frisch, und das Restaurant wird als gefördertes Ausbildungsprojekt für junge Menschen genossenschaftlich geführt. Hier zu essen heißt auch, ein tolles soziales Projekt zu unterstützen! Übrigens bezieht man hier viel Obst und Gemüse vom „Solidarischen Bio-Acker“  im Stadtteil Esch sowie von Hofläden aus der Umgebung.

Text: Jutta Stern (nach einer Idee aus dem NABU-Magazin), Grafiken: Achim Blohberger, KI-generiert

Dieser Beitrag ist der erste Teil einer sechsteiligen Serie. Die Grafiken sind eine atmosphärische Zukunftsvision – erstellt mit KI. Sie zeigen nicht den exakten Umbau des Groß-Gerauer Marktplatzes, sondern eine mögliche Entwicklung auf Basis seiner heutigen Struktur.