Unser Kommunalwahlprogramm 2026 ist umgesetzt. Rings um das Zentrum von Groß-Gerau finden Autofahrerinnen und Autofahrer mit ihren E-Fahrzeugen seit Langem ausreichend Lademöglichkeiten. Fast alle Parkplätze sind inzwischen mit Photovoltaik-Dächern überdacht. Diese liefern nicht nur emissionsfreien Sonnenstrom, sondern verschatten auch die Stellflächen und machen Klimaanlagen beim Starten überflüssig.
Wie ansprechend und liebenswert ist die Altstadt geworden! Zahlreiche neu gepflanzte Laubbäume, Miniwäldchen und Blühhecken auf Plätzen und in Straßennischen spenden Schatten und sorgen selbst im Hochsommer für erträgliche Temperaturen. Auf dem Sandböhl wurden bewegliche Sitzmöbel aufgestellt.
Moose, Grünpflanzen und Blumen besiedeln viele Gebäude, sofern sie nicht mit Solarpaneelen ausgestattet sind oder aus Denkmalschutzgründen frei bleiben müssen. Kaum ein Haus, Vorplatz, Balkon, Carport, Parkplatz oder Kiosk, kaum eine Hofeinfahrt oder Mauer, die nicht von Anwohnerinnen und Anwohnern, der Stadt oder Gewerbetreibenden begrünt wurde.
Der „Platz der Schöpfung“ rund um die Stadtkirche ist kaum wiederzuerkennen. Engagierte Naturfreundinnen und -freunde haben mit Hacke und Herz auf kleinen städtischen Grünflächen und Brachen duftende Klimagärten mit informativen Hinweisschildern angelegt.

Gewerbevielfalt, Wiederverwertung, digitale Kompetenz
Das Angebot in den Einkaufsstraßen ist vielfältiger und attraktiver geworden. Neben inhabergeführten Bäckereien, Apotheken, Optik- und Hörakustikläden, Bistros, Cafés und Modeboutiquen haben sich zahlreiche alternative Projekte etabliert.
Dazu gehören ein Repair-Café, ein Secondhandladen, ein Gebrauchtkaufhaus sowie der Näh- und Designladen der Diakonie. Im Imbiss der Essensretter – der „Kreislauf-Wirtschaft“ – wird Streetfood aus geretteten Lebensmitteln angeboten. Ein Pop-up-Laden präsentiert handwerkliche und digital erzeugte Werke junger Menschen aus Schulen und Werkstätten: Bilder, Skulpturen, Alltagsgegenstände, Textilien und Dekorationsartikel.
Außerdem gibt es einen „Digital Saloon“, in dem Bürgerinnen und Bürger ehrenamtliche oder taschengeldverbessernde Unterstützung im Umgang mit moderner Computertechnik und KI erhalten. Nicht selten sitzt dort eine ältere Dame gemeinsam mit einem jungen Digital Native konzentriert vor dem Bildschirm.
Klimaverträgliche Wohnquartiere, Gemeinschaftswohnungen, Barrierefreiheit
Neben den historischen Fachwerkbauten und Wohnhäusern der Altstadt wurden an mehreren Stellen klimatisch gut angepasste, sozial geförderte Wohninseln geschaffen. Auf dem ehemaligen Bauhofgelände ist ein attraktiv begrüntes Wohnquartier entstanden.
Hier gibt es barrierefreie Gemeinschaftswohnungen, kleine und größere Wohneinheiten sowie einen zentralen Treffpunkt-Hof. Einige Wohnungen sind als sogenannte Clusterwohnungen konzipiert, deren flexible Grundrisse sich ohne großen Aufwand an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen lassen.
Hier leben mehrere Generationen zusammen: Studierende, Auszubildende, Familien, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Ältere Menschen schätzen besonders die kurzen Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und zum nahegelegenen Bahnhof.
Der Bahnhof ist inzwischen barrierefrei umgebaut und durch Begrünung auch im Gleisbereich deutlich aufgewertet – vielleicht auch deshalb sauberer geworden. Über Jahre hinweg hatte die Stadt mit der Kampagne „Sauberhafte Stadt“ gegen achtlose Müllentsorgung gearbeitet. Die Erfolge sind heute überall sichtbar: Zigarettenkippen und Abfall sind nahezu verschwunden.
Text: Jutta Stern (nach einer Idee aus dem NABU-Magazin), Grafiken: Achim Blohberger, KI-generiert
