Die Schaffung von Wohnraum, Klimagrün in Wohnstraßen und im Gewerbegebiet ist verwirklicht. Wie in anderen Stadtteilen hat sich Gere auch hier zu einer wirklichen Klimakommune hin entwickelt. Das Nordviertel hat zwei Gewerbegebiete und ist sozial sehr durchmischt. Wie in allen Stadtteilen auch, stehen inzwischen auch hier ausreichend E-Lade-Stationen zur Verfügung. Alle sind überdacht mit Photovoltaik-Dächern, so auch viele gewerbliche Parkplätze. Immer mehr Betriebe sind dort der städtischen Klima-Empfehlung gefolgt und haben ihre Fassaden, Dächer, Carports, Lagerhallen und Vorplätze begrünt. Das kleine Einkaufszentrum hat auf einer Seite neue stabile Laden-Gebäude errichtet, die aufgestockt wurden, um günstigen Wohnraum zu schaffen. Hier wohnen hauptsächlich junge Leute, die das Zentrum mit einer kleinen Lounge-Kneipe beleben. Auch in der ehemaligen Hotelruine sind Wohnungen entstanden, ein großer Teil ist sozial gefördert.
Ärztliche Versorgung und Lärmminderung
Auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses ist schließlich doch ein Sozialquartier mit Wohnungen, klimarelevanten Ausbildungsbetrieben, einem interreligiösen Treffpunkt, einem Jugendsportplatz und einem Ärztezentrum mit Apotheke entstanden. Zum ersten Mal können die Nordteil-Bewohner fußläufig zum Arzt gelangen! Was für ein Fortschritt! Nach vielen Protesten wurde die Autobahn A 67 doch nicht 6-spurig ausgebaut. Auch am Himmel ist es leiser geworden, nachdem Inlandflüge verboten, ein konsequentes Nachtflugverbot von 10-6 Uhr durchgesetzt und das Flachstartverfahren abgeschafft wurde.
Verantwortliche Tierhaltung, Tierschutz
Wald und Felder sind in Minuten zu erreichen – ein Paradies für Hundebesitzer und ihre Vierbeiner. Inzwischen halten sich Tierbesitzer überall an die Satzung und die vielen Dog Stationen werden auch aufgesucht. Am Bahngelände ist überdies eine weitere Hundewiese entstanden. Freilaufende, unkastrierte Katzen gibt es kaum noch, seitdem die Stadt die Katzenschutzverordnung zugunsten einer geordneten Population beschlossen hat und diese auch überwacht. Deshalb hat sich die Lage in den überfüllten Tierheimen entspannt.
Naturnahe Gärten, Artendichte, Wasserspeicherung
Hier im Viertel dominieren zweigeschossige Wohnhäuser. Trotz fortschreitender Innenverdichtung gibt es noch viele Vorgärten und geräumige Gärten nach hinten. Ökologisch gesehen ist ganz viel passiert! Statt „Betonwüsten“, nackten „Rasenglatzen“, geschotterten „Todeszonen“ oder ökologisch fragwürdigen Sichthecken, beherrschen heimische und heimisch gewordene Blumen, Obstbäume, Blüh- und Beerensträucher sowie Wildblumenwiesen das Bild. Es zwitschert, summt und brummt überall: Vogel- und Insektenquartiere gehören auch hier zum Stadtbild. In den Gartenecken finden sich jetzt Artenverstecke und -Brutplätze, Totholzhaufen, wilde Laubecken, Nistkästen, Sandhaufen, kleine Wasserstellen. Viele Hausbewohner haben neben ihren Regentonnen Zisternen zur Regenwasserspeicherung angelegt. An Fallrohren sind Ableitungen für Beregnungsschläuche montiert. Neben wenigen blau schillernden Pools sind grüne Natur- und Badeteiche voll im Trend. Fast alle Stadtbewohner haben durch Umweltbildungsmaßnahmen von Stadt, Naturschutzverbänden und Klima-Initiativen gelernt, Natur und Arten besser zu unterstützen. Auf den Streuobstwiesen des „Grünen Gürtels“ am Rand des Stadtteils arbeiten Ehrenamtliche und Anwohner gemeinsam.
Lichtschutz, Sicherheit für Mädchen und Frauen:
Die Nacht gehört wieder den nachtaktiven Tieren wie z.B. der Fledermaus und den Faltern. Stadt und Ehrenamtliche haben daran mitgewirkt haben, dass die Lichtverschmutzung vergangener Jahre zurückgeht. LED-Straßenlaternen strahlen gezielt nach unten, Bewegungsmelder sind nachts gedimmt. Trotzdem gibt es für Mädchen und Frauen mehr Sicherheit als früher, denn die Zivilbevölkerung ist viel wachsamer geworden, Übergriffe werden gemeldet und zur Anzeige gebracht. In der mit Wasserrinnen und Wasserpflanzen dekorierten Unterführung Richtung Innenstadt wachen Kameras über einen sicheren Durchgang mit Handlaufvorrichtungen für alle. Das beruhigt auch die Eltern des Viertels, die ihre Schulkinder so besser geschützt sehen.
Text: Jutta Stern (nach einer Idee aus dem NABU-Magazin), Grafiken: Achim Blohberger, KI-generiert
