Moderne Verwaltung braucht Offenheit für neue Wege

Moderne Verwaltung in Groß-Gerau.

Die kommende Legislaturperiode wird eine Zeit notwendiger Neuerungen sein. Auch die Stadtverwaltung steht vor der Aufgabe, sich weiterzuentwickeln und auf veränderte Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zu reagieren.

Digitalisierung als Mittel, nicht als Selbstzweck

Digitalisierung in der Verwaltung muss dabei kein Selbstzweck sein. Sie kann dort sinnvoll eingesetzt werden, wo sie Mitarbeitende entlastet und Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zur Verwaltung erleichtert. Die Erwartungen an eine moderne Stadtverwaltung verändern sich: Erreichbarkeit, Verständlichkeit und Service gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Frage ist daher nicht, ob Verwaltungen darauf reagieren müssen, sondern wie sie dies verantwortungsvoll und bürgernah tun können.

Ein Praxisbeispiel aus einer hessischen Kommune

Ein aktuelles Beispiel aus einer hessischen Kommune zeigt, wie ein solcher Ansatz aussehen kann. Dort wird in einem Pilotprojekt eine digitale Assistenz eingesetzt, die einfache Bürgeranfragen telefonisch beantwortet, mehrere Anrufe gleichzeitig annehmen kann und außerhalb der üblichen Öffnungszeiten erreichbar ist. Häufige Fragen zu Ausweisen, Gebühren, Terminen oder Kitas werden schnell und verständlich beantwortet. Bei komplexeren Anliegen erfolgt eine direkte Weiterleitung an zuständige Mitarbeitende.

Entlastung der Mitarbeitenden und besserer Service

Ziel dieses Ansatzes ist nicht der Ersatz von Personal, sondern die Entlastung der Verwaltung von Routineanfragen. Mitarbeitende gewinnen dadurch Zeit für anspruchsvollere Aufgaben und persönliche Beratung. Gleichzeitig profitieren Bürgerinnen und Bürger von kürzeren Wartezeiten und besserer Erreichbarkeit. Datenschutz und Transparenz spielen dabei eine zentrale Rolle und werden von Beginn an berücksichtigt.

Digitale Neuerungen in der Verwaltung

Offen diskutieren, verantwortungsvoll handeln

Solche Beispiele sollten Anlass sein, auch für Groß-Gerau offen über neue Wege im Bürgerservice nachzudenken – ohne Vorfestlegungen, aber auch ohne pauschale Ablehnung. Andere Kommunen zeigen, dass Innovation und Verantwortung kein Widerspruch sein müssen.

Gemeinsam weiterdenken

Ziel sollte es sein, in der kommenden Legislaturperiode gemeinsam mit der Verwaltung eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zu bilden, die ausdrücklich auch Perspektiven aus der Bürgerschaft einbezieht. In einem solchen Rahmen könnten Chancen, Grenzen und konkrete Einsatzmöglichkeiten moderner digitaler Werkzeuge sachlich geprüft und bewertet werden – nicht mit dem Anspruch schneller Lösungen, sondern mit dem Ziel, bürgerfreundliche, datenschutzkonforme und für die Mitarbeitenden tragfähige Wege zu entwickeln.

Text: Achim Blohberger, Bild: Mit Hilfe von KI generiert